Wie du deine Selbstsabotage-Strategien entlarvst

Dem eigenen Ruf zu folgen macht Angst. Denn es bedeutet, einen sicheren Hafen zu verlassen, und ins Ungewisse zu springen. Und deshalb blockierst du dich selbst: Um deine gewohnte Welt nicht verlassen zu müssen, obwohl du spürst dass sie zu klein für dich geworden ist. Die Gründe es nicht zu tun, sind selbstverständlich immer wirklich berechtigt: Die Wohnung gehört schließlich wirklich geputzt, ein solches Wagnis jetzt einzugehen wäre schließlich wirklich zu riskant, und außerdem benötigst du ja erst noch eine weitere Ausbildung bevor du das tun kannst was du willst. Diese guten Gründe und Strategien, die wir erfinden, um unserem Ruf nicht zu folgen, nennt Gregg Levoy “Waiting Games”. Er schreibt in seinem Buch “Callings. Finding and Following an Authentic Life” darüber. Die neun ‘besten’ Strategie möchte ich hier vorstellen:

 

1. DEN RUF IN DAUERSCHLEIFE HINTERFRAGEN

Anstatt es einfach zu tun, grübelst du wieder und wieder darüber nach, ob es wirklich zu 100% das ist, was du wirklich wirklich machen willst/sollst/kannst.

 

2. DICH MIT ANDEREN AKTIVITÄTEN ABLENKEN

Anstatt die vielen kleinen Schritte zu setzen die es braucht, um deinen Traum zu verwirklichen, räumst du vorher noch „kurz“ die Wohnung auf, gießt noch „kurz“ den Garten, recherchierst noch „geschwind“ etwas im Internet oder übernimmst noch „ganz schnell“ ein paar Aufgaben, um die dich dein Kollege oder deine Freundin bittet.

 

3. ES “FAST” TUN

Du wählst einen Weg, der so nah dran ist am eigenen Herzensweg, dass du dir erzählen kannst „ich tue es ja eh (fast)“. Du gaukelst dir vor deine Berufung zu leben – während du in Wahrheit niemals das Risiko eingehst, an deinem wahren Platz zu landen. Beispiele für diese Strategie sind: KunstkritikerIn werden statt KünstlerIn, oder JournalistIn anstatt AutorIn.

 

4. DIR ERZÄHLEN DASS DU ES EIGENTLICH JA EH NICHT WILLST

Um die Schritte in Richtung deiner Berufung nicht zu gehen, versuchst du dich selbst zu überzeugen dass dein jetziger Job ja eigentlich eh nicht so schlecht ist, dass du dich ja glücklich schätzen kannst überhaupt einen Job zu haben, und dass diese neue Idee ja wahrscheinlich ohnehin nicht klappen würde.

 

5. DEINEN RUF IN EIN GIGANTOMANISCHES PROJEKT ÜBERSETZEN

Du träumst so groß und machst aus deinem Ruf ein so gigantisches Lebensprojekt, dass jeder Schritt angesichts dieses riesigen Traumes lächerlich klein erscheint – und darum lieber gar nicht erst gesetzt wird.

 

6. DICH SELBST ALS UNZUREICHEND SEHEN

Während du dir vorstellst wie du deinen Traum verwirklichst, erzählst du dir wer alles viel besser dafür geeignet wäre, diesen Vorhaben zu realisieren: Deine Kollegin die besser ausgebildet ist, dein Freund der mehr Erfahrung hat, deine Schwester die ohnehin besser in allem ist… Und um dich selbst davon zu überzeugen, fallen dir tausende Gründe ein, warum du (noch) nicht genug genug dafür bist, deinen Traum zu leben.

 

7. AUF DEN PERFEKTEN MOMENT WARTEN

Du willst es ja wirklich tun – Aber du musst einfach noch abwarten bis der richtige Moment gekommen ist, die richtige Energie, genügend Geld, genügend Ausbildungen, oder die richtige Planetenkonstellation eintritt. Oder am besten die genau richtige Kombination aus allem.

 

8. AUSREDEN VORSCHIEBEN

Du redest dir selbst ein “ich kann es mir nicht leisten“ und „ich habe dafür keine Zeit“, „ich bin dafür noch nicht bereit“… Obwohl du tief drinnen weißt dass du könntest, wenn du nur deine Prioritäten entsprechend setzen würdest…

 

9. ANDERE FORMEN DER SELBST-SABOTAGE

Du „vergisst“ die Einreichung rechtzeitig abzuschicken, kommst zu spät zu jenem echt wichtigen Meeting, verbringst den Abend am Telefon oder in der Küche, während du eigentlich mit der Person sprechen könntest die deine Idee ko-finanziert…

 

Was passiert hier? Warum werden wir so kreativ und innovativ, um unserem Ruf nicht zu folgen? Warum trauen wir uns nicht zu springen? Warum passiert es, dass wir von etwas träumen, doch sobald wir diesen Traum leben könnten laufen wir davon und verstecken uns? Über diese und andere Fragen schreibe ich im nächsten Artikel.

Kennst du diese Strategien? Welche weiteren hast du auf Lager? Und vor allem: Was hilft dir, sie zu transformieren?

No Comments

Post A Comment

*